EBA-Bericht zu Verbrauchertendenzen
Betrug, Verschuldung und unbegründetes De-Risking

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat am 26. März 2025 die neunte Ausgabe ihres zweijährigen Berichts zu den Verbrauchertendenzen für 2024/2025 veröffentlicht. Der Bericht identifiziert Zahlungsbetrug, Überschuldung und De-Risking als die relevantesten Problemfelder, die Verbraucher:innen in der EU betreffen.
Der Bericht zu den Verbrauchertendenzen 2024/25 wurde gemäß dem Auftrag erstellt, der der EBA durch Art. 9 Abs. 1 ihrer Gründungsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 1093/2010) erteilt wurde. Diese sieht vor, dass die EBA eine führende Rolle bei der Förderung von Transparenz, Einfachheit und Fairness auf dem Markt für Finanzprodukte und -dienstleistungen für Verbraucher:innen im gesamten Binnenmarkt übernimmt – auch durch die Sammlung, Analyse und Veröffentlichung von Verbrauchertrends.
Die Analyse stützt sich auf Informationen der nationalen Behörden der 27 EU-Mitgliedstaaten, einiger nationaler und europäischer Verbraucherverbände, EU-weiter Branchenverbände und nationaler Ombudsstellen sowie auf quantitative Daten aus verschiedenen Quellen. Erstmals wurden auch die seit 2022 gesondert veröffentlichten neuen Einzelhandelsrisikoindikatoren der EBA herangezogen, um potenzielle Verbraucherschäden zu erkennen.
Zahlungsbetrug bleibt das bedeutendste Problem für Verbraucher:innen in der EU. Besonders besorgniserregend ist das Aufkommen neuer Betrugsformen, etwa durch Social-Engineering-Techniken, bei denen Zahler:innen manipuliert werden, Zahlungen an Betrüger:innen zu leisten. Diese nutzen gezielte Methoden, um die Anforderungen der starken Kundenauthentifizierung (SCA), die durch EU-Vorgaben vorgeschrieben sind, zu umgehen.
Verschuldung ist das zweitgrößte Problemfeld. Besonders auffällig ist der starke Anstieg sogenannter „Buy-Now-Pay-Later“-Kredite sowie anderer kleiner, schneller, leicht zugänglicher und kurzfristiger Kredite. Unzureichende Bonitätsprüfungen und mangelnde vorvertragliche Informationsweitergabe wurden als Schlüsselfaktoren für die zunehmende Verschuldung identifiziert.
Unbegründetes De-Risking stellt das dritte große Problem dar. Immer mehr Verbraucher:innen haben Schwierigkeiten, Zahlungskonten zu eröffnen oder aufrechtzuerhalten. Dies äußert sich in der Ablehnung von Kontoeröffnungen oder der Schließung bestehender Konten – insbesondere bei bestimmten vulnerablen Gruppen wie Migrant:innen, Geflüchteten, obdachlosen Personen, Grenzpendler:innen oder Menschen mit schwieriger finanzieller Vergangenheit.
Infolge dieser Erkenntnisse wird die EBA im Jahr 2025/26 prüfen, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um die identifizierten Probleme anzugehen – mit dem Ziel, den Verbraucherschutz in der gesamten EU weiter zu verbessern.



