top of page

AMLA veröffentlicht Arbeitsprogramm 2026-2028

Die europäische Anti-Geldwäsche-Behörde AMLA (Anti-Money Laundering Authority) hat am 5. Februar 2026 ihr Arbeitsprogramm für den Zeitraum 2026-2028 veröffentlicht. Das Dokument definiert die Prioritäten und den Zeitplan für den Übergang von der Aufbauphase zur operativen Umsetzungsphase und gibt dem Markt einen klaren Fahrplan für kommende regulatorische Entwicklungen.

Strategische Hauptziele der AMLA

Das Arbeitsprogramm konzentriert sich auf drei zentrale Ergebnisse, die das europäische AML/CFT-System nachhaltig stärken sollen:

  • Vollständiges einheitliches Regelwerk: Schaffung eines konsistenten regulatorischen Rahmens für alle EU-Mitgliedstaaten

  • Förderung der Aufsichtskonvergenz: Harmonisierung der Aufsichtspraktiken über nationale Grenzen hinweg

  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Financial Intelligence Units (FIUs): Verbesserter Informationsaustausch und gemeinsame Analyse verdächtiger Transaktionen

Diese strategischen Ziele werden durch konkrete Maßnahmen unterstützt, die im Arbeitsprogramm detailliert dargelegt sind.

Fünf zentrale Handlungsfelder für 2026

AMLA hat fünf miteinander verbundene Aktivitätsbereiche definiert, die ihre Arbeit im Jahr 2026 prägen und Auswirkungen auf das gesamte Triennium haben werden:

  1. Erfüllung der regulatorischen Mandate: Das Arbeitsprogramm enthält eine umfassende Roadmap aller regulatorischen Mandate mit präzisen Zeitplänen für öffentliche Konsultationen sowie die Ausarbeitung technischer Regulierungs- und Durchführungsstandards (RTS/ITS) und Leitlinien.

  2. Förderung der Direktaufsicht: AMLA bereitet sich auf die direkte Beaufsichtigung besonders risikorelevanter Verpflichteter vor und entwickelt entsprechende Aufsichtsstrukturen.

  3. Operationalisierung des FIU-Rahmens: Schaffung funktionsfähiger Strukturen für die Zusammenarbeit der nationalen Meldestellen und Verbesserung des grenzüberschreitenden Informationsaustauschs.

  4. Grundlagen für indirekte Aufsicht und Kontrolle: Entwicklung von Standards und Mechanismen zur Überwachung nationaler Aufsichtsbehörden und zur Sicherstellung einheitlicher Aufsichtspraktiken.

  5. Aufbau der AMLA-Risikorahmen: Etablierung systematischer Ansätze zur Risikobewertung und -analyse auf europäischer Ebene.

Prioritäten im regulatorischen Bereich

AMLA verfolgt bei ihrer Vorbereitungsarbeit einen Ansatz der Vereinfachung und setzt Prioritäten in Bereichen, die dem Sektor Klarheit und Orientierung bieten. Besonderer Fokus liegt dabei auf:

  • Kundenidentifizierung und -sorgfaltspflichten (CDD): Entwicklung klarer und praktisch umsetzbarer Standards für die Identifizierung und Überprüfung von Kunden

  • Geschäftsbeziehungen: Regelungen zur laufenden Überwachung und Bewertung von Geschäftsbeziehungen

  • Einheitlicher Rahmen für Aufsichtsbehörden: Schaffung konsistenter Vorgaben für nationale Aufseher in der gesamten EU

Das Arbeitsprogramm bietet damit eine transparente Übersicht über die zu erwartenden regulatorischen Entwicklungen und ermöglicht Instituten eine vorausschauende Planung ihrer Compliance-Maßnahmen.

Bedeutung für österreichische und deutsche Institute

Das AMLA-Arbeitsprogramm betrifft alle Verpflichteten nach der EU-Geldwäscherichtlinie, einschließlich Kreditinstitute jeder Größenordnung. Auch kleine und nicht komplexe Institute sollten die Entwicklungen aufmerksam verfolgen, da die kommenden technischen Standards und Leitlinien direkte Auswirkungen auf ihre AML/CFT-Compliance-Programme haben werden.

Die angekündigten Mandate zu Kundenidentifizierung und Geschäftsbeziehungen werden voraussichtlich bestehende Prozesse konkretisieren und möglicherweise anpassen. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Konsultationsdokumenten - sobald diese veröffentlicht werden - ermöglicht es Instituten, rechtzeitig Anpassungsbedarfe zu identifizieren und sich auf neue Anforderungen vorzubereiten.

💡 Hinweis für keine und nicht komplexe Institute:

Kleinere Institute sollten das Arbeitsprogramm nutzen, um ihre mehrjährige Compliance-Planung zu strukturieren. Insbesondere die angekündigten RTS und ITS zu CDD-Vorgaben werden wahrscheinlich Anpassungen in Prozessen und IT-Systemen erforderlich machen. Es empfiehlt sich, die Konsultationsphasen aktiv zu verfolgen und gegebenenfalls über Verbände Stellungnahmen einzubringen. Durch die klare Zeitplanung können notwendige Budget- und Ressourcenplanungen frühzeitig vorgenommen werden.

Quelle / Eckdaten

👉 Link zum Dokument

📅 Veröffentlichung

5. Februar 2026

Art des Dokuments

Aufsichtliche Prioritätensetzung / Aufsichtsmitteilung

Herausgeber

Anti-Money Laundering Authority (AMLA)

⚖️ Rechtsgrundlage

Verordnung (EU) 2024/1620 zur Einrichtung der AMLA

Adressaten

Verpflichtete nach AML-Richtlinie, nationale Aufsichtsbehörden, FIUs, Öffentlichkeit

Status

Arbeitsprogramm (veröffentlicht)

📅 Datum Erstanwendung

Mandatsumsetzung gestaffelt 2026-2028 gemäß Roadmap


bottom of page